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Skiverbindung Langtaufers-Kaunertal: Projekt negativ beurteilt

Die Landesregierung hat heute (19. Dezember) das vorgelegte Projekt für die Skiverbindung Langtaufers-Kaunertal abgelehnt.

Die skitechnische Verbindung Langtaufers-Kaunertal wurde abgelehnt: im Bild das Melagtal, ein Seitental des Langtauferertals, mit Blick Richtung Karlesjoch und Weißseejoch (links). Foto: Landesamt für Landesplanung

Mit der Skiverbindung Langtaufers-Kaunertal hat sich die Landesregierung in ihrer heutigen Sitzung (19. Dezember) befasst und beschlossen, das Vorhaben in dieser Form abzulehnen.

"Wir haben das vorgelegte Projekt heute abgelehnt, weil es einerseits viele kritische Aspekte in Bezug auf den Landschafts- und Umweltschutz gibt, und andererseits die positiven Auswirkungen auf eine nachhaltige Entwicklung des Wirtschaftsraumes Langtaufers/Oberer Vinschgau nicht ausreichend dargestellt wurden", erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Pressekonferenz im Anschluss an die heutige Regierungssitzung. Diese können durchaus vorhanden sein, so Kompatscher. Aus den Unterlagen gehe aber nicht bzw. nicht ausreichend hervor, wie dieses Projekt zur positiven Entwicklung des Tales beitragen könne. "Aus diesem Grund konnte das Projekt in der vorgelegten Form nicht genehmigt werden", schließt Landeshauptmann Kompatscher. Und der Einbringer des Beschlusses, Umweltlandesrat Richard Theiner, betont, dass sich die Landesregierung die Entscheidung nicht einfach gemacht hat. "Nach eingehender Überprüfung der Unterlagen sind wir als Landesregierung aber zum Ergebnis gelangt, dass das vorliegende Projekt nicht genehmigt werden kann."

Die Vorgeschichte

Das Vorhaben, Langtaufers in der Gemeinde Graun mit dem Tiroler Kaunertal "skitechnisch" zu verbinden, wird bereits seit Jahrzehnten diskutiert. Zuletzt hatte die antragstellende Gesellschaft "Oberländer Gletscherbahn AG" eine Liftanlage mit Talstation in Melag und Bergstation am Karlesjoch samt dazu gehörenden Skipisten geplant sowie als Alternative dazu eine Variante über das Weißseejoch entwickelt. Dieses Vorhaben wurde von der Gemeinde Graun im Mai 2016 per Ratsbeschluss genehmigt.

Der Umweltbeirat des Landes untersuchte beide Szenarien und erteilte im Februar 2017 ein negatives Gutachten. Dieses wurde auch nach dem schriftlichen Einwand und der Anhörung der Liftgesellschaft vom Umweltbeirat in seinen Sitzungen vom August und Oktober 2017 bestätigt. Auch die Gesamtbewertung des Landesamtes für Landesplanung im November fiel negativ aus.

mpi

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